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Interview

Heizen mit Holz – Die wichtigsten Fragen

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der installierten Holzöfen in Deutschland erheblich gesunken. Doch nun gewinnt Holz als Heizmittel wieder an Beliebtheit. Während die einen sich fragen, wie sie in einem Neubau ohne Schornstein einen Kamin einbauen können, stellen sich andere die Frage, ob ein Holzofen überhaupt als alleinige Heizung genügt. Auch Themen rund um Klimaschutz gewinnen an Relevanz: Wie umweltverträglich ist das Heizen mit Holz? Wie kann man einen vorhandenen Kamin möglichst klimaschonend nutzen? Und wie verändern die neuen Heizgesetze die Lage? All diese Fragen klärt unsere Redaktion in einem ausführlichen Interview mit dem Heizungstechniker Roman Lampert.

 

Warum wird Heizen mit Holz attraktiver?

Redaktion: Guten Tag, Herr Lampert. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Um direkt einzusteigen: Viele von uns hatten angenommen, dass Heizen mit Holz der Vergangenheit angehört, aber inzwischen wird es wieder zu einer attraktiveren Option. Worin sehen Sie die Gründe für diese Entwicklung?

Lampert: Vielen Dank für die Einladung. Ja, tatsächlich ändern sich die Trends rund um Heizmittel. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) wird deutschlandweit beinahe die Hälfte des aktuell genutzten Holzes zur Energieerzeugung eingesetzt. Im Gegensatz dazu hat sich laut Statistischem Bundesamt hat die Anzahl der genehmigten Wohngebäude, die Gas als wichtigste Energiequelle nutzen, um mehr als die Hälfte reduziert.

Holzheizungen sind vor allem mit Blick auf die Energiekrise in den vergangenen Jahren beliebter geworden. Der Hauptgrund sind die schwankenden Energiepreise für Heizmittel wie Öl und Gas. Vor allem Gas hat stetig an Attraktivität verloren und war spätestens seit dem Krieg in der Ukraine für viele schlicht nicht mehr bezahlbar.

Beim Heizen mit Holz sind die Preise vergleichsweise niedriger. Der Preis für Brennholz und Holzpellets für Öfen und Heizungen ist nach einem massiven Anstieg Mitte 2022 wieder gesunken.

 

Wie kann man einen Kamin nachträglich einbauen?

Redaktion: Nun sind ja viele Neubauten gar nicht mehr mit einem Kamin ausgestattet. Was bedeutet das für Eigentümer, die ihre Heizsysteme dennoch durch einen Kaminofen ergänzen wollen?

Lampert: Einen Kamin nachträglich einzubauen ist tatsächlich nicht so kompliziert. Wenn man einen Ofen in Betrieb nehmen möchte, braucht man natürlich einen Schornstein. Man muss also zuerst einen passenden Edelstahlschornstein finden. Dann wird ein Loch in die Wand gebohrt, das doppelwandige Edelstahlrohr an der Fassade befestigt und das Abgasrohr durch einen externen Schornstein ausgeleitet.

Bevor man mit solchen umfassenden Maßnahmen anfängt, muss man natürlich einen Ofen- und Luftheizungsbauer zurate zu ziehen und das Ganze auch mit dem Schornsteinfeger abklären. Wenn man den Kamin in Betrieb nimmt, ohne dass er vom Schornsteinfeger abgenommen wurde, ist die Anlage nicht sicher. Ein Brand wird wahrscheinlicher und wenn es dazu kommt, wird die Versicherung höchstwahrscheinlich nicht zahlen. Die Moral von der Geschicht: Immer zuerst an einen Experten wenden.

Redaktion: Lässt sich auch ein gemauerter Kamin nachträglich einbauen?

Lampert: Theoretisch geht das. Aber einen traditionellen gemauerten Schornstein nachzurüsten, kann schwierig und teuer sein. Deshalb werden in aller Regel vorgefertigte Edelstahlsysteme verwendet, die ganz einfach an der Außenwand montiert werden können.

Ein gemauerter Schornstein dagegen ist mit sehr viel mehr Arbeitsaufwand verbunden, weil nicht nur genug Platz geschaffen werden muss, sondern auch Löcher in der Zwischendecke und dem Dach nötig sind.

Auch die Kosten sind natürlich ein Faktor. Für einen externen Edelstahlschornstein in einem Einfamilienhaus zahlt man normalerweise zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Wenn man ein festes System nachrüsten möchte, sollte man schon mit Kosten zwischen 2.500 und 3.500 Euro rechnen. Deshalb würde ich grundsätzlich die Edelstahl-Variante empfehlen.

 

Kaminofen als Zentralheizung: Geht das?

Redaktion: Wenn der Kamin in Betrieb ist, reicht er dann für den Wärmebedarf eines Hauses? Also kann man nur mit Holz heizen?

Lampert: Der Bedarf an Wärme für das ganze Haus kann im Normalfall nicht durch einen einzigen Ofen gedeckt werden. Wenn man den Kamin als zentrale Heizungsanlage zu verwendet, gilt er außerdem gesetzlich nicht mehr als Einzelraumfeuerstätte. Das bedeutet auch, dass er bessere Schadstoffwerte erreichen muss. Deshalb ist ein Holzofen als Zentralheizung in vielen Fällen gar nicht zulässig. Um steigende Heizkosten einzudämmen oder für die gemütliche Atmosphäre lässt sich ein Kamin aber sehr gut als Zusatzheizung nutzen.


Redaktion: Welche Arten von Öfen empfehlen Sie denn, wenn sie sehr häufig in Betrieb sind?

Lampert: Wenn der Kaminofen nur gelegentlich brennen soll, reicht auch ein kleineres Modell aus Stahl. Für den dauerhaften Betrieb sind besonders robuste, gemauerte Konstruktionen gut. Wenn man einen Kaminofen über den kompletten Tag hinweg nutzen will, muss er auch als „dauerbrandgeeignet“ ausgezeichnet sein.

Dauerbrandöfen werden mit Kohle betrieben und können schon einen gewissen Heizwert über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Obwohl man mit so einem Dauerbrandofen den Großteil eines Hauses beheizen kann, dürfte das für ein komplettes Haus selbst in gut gedämmten Gebäuden eine Herausforderung sein. Auch, weil ständig jemand für ausreichend Brennstoff sorgen müsste. Deshalb sollte selbst so ein Ofen lieber als Raumheizung oder Ergänzung zu anderen Heizsystemen dienen.

 

Foto: Jenna Hamra / pexels.com
 

Gesetzliche Lage rund um das Heizen mit Holz

Redaktion: Sie haben eben die gesetzliche Lage angesprochen. Viele Menschen sind besorgt, dass Sie ihre Heizungsanlagen mit Holz vielleicht bald nicht mehr nutzen dürfen. Wird es zeitnah ein Verbot geben?

Lampert: Nein. Tatsächlich wollte man im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) reine Holzheizungen verbieten. Aber das wurde im Nachhinein noch geändert. Im endgültigen Entwurf des GEG soll die Installation von Heizsystemen, die auf fester Biomasse wie Holzscheiten, Pellets oder Hackschnitzeln basieren, weiterhin erlaubt sein.


Redaktion: Dennoch haben sich ja die Anforderungen an Holzheizungen verändert. Können Sie uns aufklären, welche Heizanlagen das betrifft?

Lampert: Tatsächlich gibt es jetzt mehr Regelungen, um beim Heizen mit Holz die Luftverschmutzung zu verringern. Das finde ich durchaus wichtig und sinnvoll. Zum Beispiel müssen Heizungskessel und Einzelraumfeuerstätten wie Kaminöfen oder Kachelöfen bei Neubauten oder der Sanierung mit einem Kamin ausgestattet werden, der den Dachfirst um mindestens 40 Zentimeter überragt. Das reduziert zum Beispiel die Luftverschmutzung in Wohngebieten.

Zusätzlich müssen alte Holzöfen, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 31. März 2010 zugelassen wurden, bis Ende 2024 stillgelegt, nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie den verschärften Anforderungen der 2. Stufe der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung nicht gerecht werden. Also, es sei denn, sie erfüllen schon die Anforderungen der ersten Stufe und sind somit geschützt. Das betrifft zum Beispiel alte Heizgeräte von vor 1950, die einzige Heizquelle einer Wohnung sind oder offene Kamine, die sowieso nur selten benutzt werden dürfen.

Redaktion: Das klingt alles etwas kompliziert. Auch wenn es bis dato kein Verbot für Holzheizungen gibt, sind sich jetzt viele Ofenbesitzer unsicher, ob ihre Anlage denn nun den Bestimmungen entspricht. Was raten Sie in dieser Situation?

Lampert: Auf jeden Fall aktiv werden. Die Einhaltung der neuen Regelungen wird nämlich überprüft. Wenn man sie nicht einhält, drohen saftige Bußgelder. Schornsteinfeger müssen nach Ablauf der Frist kontrollieren, ob die Regelungen umgesetzt wurden und bei Verstößen den Ofen stilllegen. Wer sich mit seinem Gerät unsicher ist, kann einen Blick in die Datenbank des HKI Industrieverbands werfen. Dort sind über 7.000 Geräte nach Hersteller und wesentlichen Eigenschaften aufgelistet. So kann man sich bezüglich der Emissionsgrenzwerte schlaumachen. Und natürlich einen Schornsteinfeger kommen lassen, der sich die Anlage anschaut. Das schafft Klarheit.

 

Wie umweltverträglich sind Holzheizungen?

Foto: Matthias Groeneveld / pexels.com

 

Redaktion: Wie sie bereits angesprochen haben, geht es bei den neuen Gesetzen hauptsächlich um Umweltschutz. Wie sieht es denn mit der Klimabilanz von Feueröfen aus? Sind sie nachhaltig oder umweltschädlich?

Lampert: So einfach ist das leider nicht zu beantworten. Die Verwendung von Holz zur Erzeugung von Wärme hat theoretisch eine ausgeglichene Klimabilanz. Beim Verbrennen von Holz wird das zuvor von Bäumen aufgenommene CO2 freigesetzt. Allerdings hat der Baum über Jahre hinweg Sauerstoff produziert und könnte das in Zukunft weiterhin tun, aber sobald er gefällt wird, ist es damit zu Ende. Das CO2 wird in wenigen Schüben freigesetzt. Bis ein neuer Baum die gleiche Menge an CO2 aufnehmen kann, dauert es viele Jahre. Außerdem hat die Klimabilanz ja nicht nur mit dem Holz an sich zu tun.

Redaktion: Wie meinen Sie das?

Lampert: Da sind ja auch wirtschaftliche und logistische Zusammenhänge im Spiel. Beispielsweise hat importiertes Holz oft mehrere tausend Kilometer lange Transportwege, die das Klima belasten. Außerdem wollen mehr Menschen nicht zertifiziertes Holz kaufen, weil es ganz einfach weniger kostet. Auch die hohe Nachfrage ist ein Faktor. Mehr Menschen wollen mit Holz heizen, aber die Waldbestände sind die gleichen. Schon jetzt wird ein großer Teil der deutschen Wälder als Quelle für nachwachsende Rohstoffe genutzt.

 

Umweltschutz: Lieber heimisches Brennholz kaufen?

Redaktion: Die langen Transportwege von importiertem Holz sind also Teil des Problems. Ist Heizen mit heimischem Holz eine nachhaltigere Alternative, obwohl die Waldbestände auch in Deutschland schrumpfen?

Lampert: Die Herkunft von Brennholz ist definitiv wichtig. Deutschland importiert viel Brennholz, hauptsächlich aus Osteuropa. Also aus waldreichen Ländern wie der Ukraine, Belarus, Russland, dem Kosovo, Polen, Bulgarien und Slowenien. Aber in diesen Ländern gelten oft niedrigere Umweltstandards in der Waldwirtschaft. Wegen der hohen Nachfrage gibt es auch in einigen Regionen immer mehr illegalen Forstabbau. Das eingeführte Holz gibt es dann so günstig zu kaufen, dass nachhaltige Forstwirtschaft sich für kleine deutsche Waldbesitzer wirtschaftlich kaum lohnt.

Holzimporte belasten auch deshalb die Umwelt, weil das Holz oft feucht ist. Feuchtes Holz anzuzünden, setzt mehr umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe frei und bringt weniger Wärmeleistung. Deshalb lohnt sich der scheinbar günstigere Preis in den meisten Fällen gar nicht. Trotzdem kaufen es die Menschen.

 

Zertifiziertes Holz: Was bedeuten verschiedene Siegel?

Redaktion: Ein weiterer Punkt, den Sie angesprochen haben, ist zertifiziertes Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Was ist nachhaltige Forstwirtschaft?

Lampert: Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet, dass Wälder nur so bewirtschaftet werden, dass ihre Produktivität und Vitalität langfristig erhalten bleiben. Das heißt, es dürfen nur so viele Bäume abgeholzt werden, wie aus dem natürlichen Zyklus wieder nachwachsen können. Um die Waldflächen langfristig in ökologischem Gleichgewicht zu halten, werden zusätzlich Bäume gepflanzt, die die Waldflächen regenerieren. Nur so können die Wälder weiterhin einen Beitrag zur Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre leisten. Für den Klimaschutz ist das nicht wegzudenken.

Redaktion: Gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Zertifizierungen? Und wenn ja, auf welche sollen umweltbewusste Verbraucher achten?

Lampert: Da gibt es durchaus Unterschiede, aber in den meisten Fällen sind Siegel schon mal ein gutes Zeichen.

Ein wichtiges Gütesiegel ist das Naturland-Siegel. Es beinhaltet strenge ökologische Kriterien und garantiert den Verzicht auf Kahlschläge, Pestizide und Düngemittel sowie eine verantwortungsvolle Bodenbearbeitung und -entwässerung.

Das FSC (Forest Stewardship Council) ist auch ein gutes Gütesiegel für nachhaltige Waldwirtschaft. Es legt Minimalstandards fest und prüft jährlich, ob diese eingehalten werden. Das Siegel berücksichtigt nicht nur Umweltschutz, sondern auch soziale Belange und wirtschaftliche Interessen. Es ist das strengste internationale Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft.

Das PEFC-Siegel garantiert, dass das Holz hauptsächlich aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Allerdings kritisieren Umweltschützer das PEFC-Siegel manchmal, weil es an regelmäßigen und unabhängigen Kontrollen fehlt. Das sind so die bekanntesten.

 

Wie geht nachhaltige Ofennutzung?

Redaktion: Also zertifiziertes Holz zu verwenden, am besten aus Deutschland. Was kann man denn noch tun, um den Ofen nachhaltiger zu betreiben?

Lampert: Super wichtig ist zu wissen, was überhaupt im Kamin verbrannt werden darf. Das ist übrigens nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern auch der Gesundheit. Kamine werden üblicherweise mit Scheitholz beheizt, aber auch Hackschnitzel, Reisig, Zapfen sowie Holzbriketts und Holzpellets sind als Brennstoffe erlaubt.

Die fast wichtigere Information ist, was entgegen der gängigen Praxis nicht in den Ofen darf. Viele nutzen zum Anzünden Papier oder Karton – das sollte man auf keinen Fall tun, denn hier entstehen beim Verbrennen Schadstoffe. Auch Spanplatten und behandeltes oder lackiertes Holz dürfen nicht verbrannt werden, genauso wenig wie Nussschalen. Solche Abfälle gehören entsorgt und nicht verbrannt. Das ist auch in der Bundes-Imissionsschutzverordnung so geregelt.

Redaktion: Sie haben vorhin auch erwähnt, dass man feuchtes Holz vermeiden sollte. Warum?

Lampert: Ganz einfach: Ein höherer Feuchtigkeitsgehalt im Kaminholz verringert den Heizwert und gleichzeitig entstehen während der Verbrennung mehr Schadstoffe.

Redaktion: So viel zum Material. Wie geht man in der Handhabung vor, damit der Ofen weniger Schadstoffe ausstößt?

Lampert: Also zuerst Anheizen mit Anzünderblöcken oder Anzünderhölzchen. Wie schon gesagt nicht mit Zeitungspapier oder dergleichen. Wichtig ist dann, die Luftzufuhr richtig zu regeln. Die Drosselklappe sollte geöffnet sein, während man den Ofen anheizt. Sobald das Feuer brennt, reduziert man Sauerstoffzufuhr, indem man die Drosselklappe halb schließt. Wenn nur noch Glut im Kamin ist, schließt man die Klappe vollständig. Beim Nachlegen von Holzscheiten sollte man die Drosselklappe wieder vollständig öffnen.

Redaktion: Was sind hier häufige Fehler, die beim Heizen gemacht werden?

Lampert: Oft wird der Fehler gemacht, die Luftzufuhr durch den Rost ständig offen zu lassen. Das treibt den Ausstoß von Feinstaub deutlich in die Höhe. Außerdem sollte man rechtzeitig Holz nachlegen. Sonst kann es passieren, dass das neue Holz minutenlang ohne sichtbare Flamme schwelt. Auch das erhöht die Staubemissionen.

Redaktion: Haben Sie sonst noch Empfehlungen?

Lampert: Ja, ganz wichtig: Damit der Kaminofen sicher und effizient läuft, sollte man regelmäßig einen Experten ranlassen. Die Feuerstättenschau alle drei Jahre ist sowieso Pflicht, aber ich empfehle, lieber jährlich vor der Heizperiode nochmal alles vom Fachmann überprüfen zu lassen. Dabei können zum Beispiel undichte Ofentüren oder Risse im Feuerraum in Ordnung gebracht werden. Und das Rauchrohr natürlich mindestens einmal im Jahr vom Schornsteinfeger reinigen lassen.

Redaktion: Und wohin mit der Asche?

Lampert: Auf jeden Fall regelmäßig den Ofen von der Asche befreien und dann zuerst in einem feuerfesten Gefäß abkühlen lassen. Die Asche kann übrigens nicht vollständig verbrannte Rückstände enthalten, die sogar krebserregend sein können. Deshalb bitte nicht aufwirbeln und versehentlich einatmen und keinen Hautkontakt zulassen. Wenn die Asche abgekühlt ist, kann sie im Hausmüll entsorgt werden. Aber als Dünger sollte sie nicht verwendet werden, weil sie schädliche Schwermetalle enthalten kann.

 

Test XXXXX

Grafik: Thomas Grotenclos

 

Verantwortung übernehmen als Ofenbesitzer

Redaktion: Vielen Dank für diese vielen praktischen Hinweise. Wie ist denn nun Ihr Fazit zum Heizen mit Holz?

Lampert: Das neue Heizungsgesetz begrüße ich eigentlich. Es braucht solche konkreten Schritte für mehr Klimaschutz. Der vorgegebene Rahmen ist vielleicht auch nicht das Schlechteste, Heizen mit Holz will nämlich gelernt sein. Das hat nicht nur mit Klimaschutz zu tun, sondern wirkt sich ja auch auf die Luftqualität in Wohngebieten aus, die Gesundheit und natürlich den Brandschutz. Dass mehr Menschen wieder auf Holz umsteigen, kann ich trotzdem absolut nachvollziehen. Das ist ja auch ein Einrichtungstrend, so dieses dänische….

Redaktion: Ja, die dänische Hygge-Einrichtung.

Lampert: Genau. So ein Feuer im Ofen bringt einfach Atmosphäre, das kann man nicht bestreiten. Wenn man sich nachträglich, so einen gemütlichen Kamin holen will, also zum Beispiel im Neubau ohne eingebauten Schornstein, rate ich zum Nachrüsten mit Edelstahlschornstein. Das ist die einfachsten und günstigste Variante.

Bei aller Hygge sollte man aber auf einen effizienten Ofen achten und sich mit den grundsätzlichen Regeln des Heizens vertraut machen, damit man die Umwelt nicht unnötig belastet. Feuer mit Zeitungspapier anzünden oder Asche in den Garten werfen sind Angewohnheiten, die sich hartnäckig halten. Als Ofenbesitzer hat man die Verantwortung, sich über solche Dinge zu informieren. Dazu kommt auch, beim Kauf von Brennholz auf Nachhaltigkeitssigel zu achten. Ja, Verantwortung übernehmen eben.

Redaktion: Das finde ich ein gutes Schlusswort. Vielen Dank, Herr Lampert und vielleicht spricht man sich ja irgendwann wieder.