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Wärmepumpen: Klimafreundlich Heizen
mit Energie aus der Umwelt


In jedem dritten Neubau werden Wärmepumpen installiert, immer häufiger auch in Bestandgebäuden.
Kein Wunder, denn mittlerweile gelten sie als ausgereift, wartungsarm und effizient.
Ein Einblick in Technik, Kosten und Fördermöglichkeiten.


 


Die einfache Definition für Wärmepumpen: Sie sind umweltfreundliche Heizsysteme, die dabei helfen können, die monatlichen Heizkosten deutlich zu reduzieren. Als Energiequelle verwenden sie die Wärme aus der Umgebungsluft, der Erde oder dem Grundwasser. Der größte Unterschied zu anderen Heizsystemen: Wärmepumpen sind von fossilen Brennstoffen völlig unabhängig, sie nutzen kostenlose Umweltwärme.
 
Wärmepumpen heben niedrige Temperaturen der Umgebung (Luft, Erde oder Wasser) mit Hilfe von Pumpen so an, dass sie gut gedämmte Häuser mit Heizenergie und Warmwasser versorgen können. Die Wärmepumpe selbst ist dabei nicht viel größer als bekannte Heizgeräte. Je nach System müssen allerdings noch weitere Geräte installiert werden, die sich dann im Keller oder im Außenbereich befinden.
 
Effektiv und Umweltschonend
 
Wird die Wärmepumpenheizung zusätzlich mit Ökostrom betrieben, ist sie vollkommen klimaneutral. Hausbesitzer können den in die Jahre gekommenen Öl- oder Gaskessel oft schon mit überschaubarem Aufwand durch eine Wärmepumpenheizung ersetzen. Langfristig lässt sich dadurch nämlich nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Geld sparen. Die Heizung mit Wärmepumpe wird von Experten an Ihren Wärmebedarf angepasst und liefert so preiswert und effizient die nötige Wärmemenge.
 
Infografik Funktionsweise Wärmepumpe für Heizen und Kühlen
 

Wärmepumpen...

... können Heizen, Kühlen und Klimatisieren.
... benötigen geringe Energiemengen.
... gewinnen Energie aus verschiedenen Quellen.
 
 


Wärmepumpen heben die niedrige Temperaturen der Umgebung (Luft, Erde oder Wasser) mit Pumpen an und versorgen gut gedämmte Häuser mit Heizenergie und Warmwasser. Sie sind nicht größer als herkömmliche Heizgeräte. Je nach System werden allerdings noch weitere Komponenten im Keller oder Außenbereich installiert.
 

Quelle: heizung.de
 

Das umgekehrte Kühlschrank-Prinzip
 
Ein Kühlschrank entzieht dem Innenraum die Wärme und gibt sie nach draußen ab. Das Prinzip der Wärmepumpe ist identisch, geht nur in die andere Richtung: Sie entzieht dem Außenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab.
 
Die Funktionsweise der Wärmepumpe beruht auf dem Prinzip der Aufnahme, Verdichtung, Abgabe und Entspannung. Je nach Energiequelle wird die darin enthaltene Umweltwärme dazu genutzt, um ein Kältemittel zu erwärmen. Das Kältemittel nimmt die Umweltwärme auf und verdampft nach und nach.
 

In vier Schritten zu Wärme (bzw. Kühlung):

1. Aufnahme

Ein Kältemittel nimmt die Wärme aus der Umgebung auf und verdampft sie. Dafür genügen bereits relativ geringe Temperaturen. Gängiges Kältemittel ist eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel.

2. Verdichtung

Mit einer Pumpe wird das nun dampfförmige Kältemittel im zweiten Schritt verdichtet. In diesem Prozess entsteht die entscheidende Veränderung, das Temperaturniveau steigt an, das Kältemittel wird wärmer.

3. Abgabe

Nun wird das aufgeheizte Gas an die Heizanlage abgegeben, Warmwasser oder die Raumluft kann aufgeheizt werden. Die Kombination aus Wärmepumpe und Fußbodenheizung ist besonders günstig und effektiv: Die Temperatur des Kältemittels muss nur um wenige Grad angehoben werden.

4. Entspannung

Im letzten Schritt wird das Kältemittel wieder auf das Druckniveau des Ausgangszustands gebracht. Dafür sorgen Expansionsventile, es kann sich wieder ausdehnen und damit Druck abbauen. Der Prozess beginnt von vorne.


3. Wärmepumpenarten und ihre Unterschiede


Wärmepumpen gehören zu den beliebtesten Systemen, um erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung in Ein- und Mehrfamilienhäusern nutzbar zu machen. Aber: Es gibt Unterschiede, Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe.

Die bestehen vor allem darin, woher die Wärme kommt und mit welchem Medium die Wärme weitergegeben wird. Außerdem gibt es auch beim Antrieb der Wärmepumpe Unterschiede. Jede Wärmepumpe nutzt ein Kühlmittel, welches im Kreislauf verdampft und erneut komprimiert wird, um Heizwärme zu generieren. Unterschiedlich ist der Antrieb dieses Vorgangs. Während die meisten Standardmodelle eine elektrische Kompressionswärmepumpe nutzen, bei der das Kühlmittel mechanisch komprimiert wird, gibt es auch Gas- und Sorptionswärmepumpen.

 

Infografik über die bewilligten Wärmepumpen-Förderungen in Deutschland im März 2019

 

Klassische Formen

• Luft-Wasser-Wärmepumpe

Der Umgebungsluft wird Wärme entzogen, um das Gebäude zu beheizen.

• Sole-Wasser-Wärmepumpe

Wärme aus dem Erdreich wird genutzt, um das Gebäude zu beheizen.

• Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Einem Wasserreservoir wird Wärme entzogen, um das Gebäude zu beheizen.
 

Sonderformen

• Brauchwasserwärmepumpen

Verwerten die Abwärme technischer Anlagen im Innenraum (zum Beispiel Heizungskeller) und erzeugen günstig Warmwasser.

• Luft-Luft-Wärmepumpen

Dient die Abluft der eigenen Immobilie als Wärmequelle. Letztere eignet sich für Regionen und Gebäude mit niedrigem Heizbedarf (Passivhaus u.ä.).
 
 

Luft-Wasser-Wärmepumpen

 
Millieu Luft-Wasser-Wärmepumpe, außen aufgestellt auf Rasen vor Gebäude

Gehören zu den meist verwendeten Heizungsarten in Deutschland

Ein Ventilator saugt die Umgebungsluft an und überträgt sie auf einen in der Wärmepumpe eingebauten Luft-Wärmetauscher. Darin zirkuliert ein Kältemittel, das bereits bei niedriger Temperatur seinen Aggregatzustand ändert und verdampft.

Integral Luft-Wasser-Wärmepumpe, in einem Lager innen aufgestellt

Kurz und bündig:

Wärmequelle: Umgebungsluft
Aufstellort: Außen oder innen
Einsatzart: Sanierung älterer Gebäude und Heizungsanlagen
Besonderheiten: Benötigt wenig Platz, besondere Genehmigungen sind nicht notwendig.

 

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

 
GDTS Ambiente Warmwasser-Wärmepumpe in Kellerraum neben Waschmaschine, die von einer Frau befüllt wird

Gehören zu den besonders effizienten Heizungsarten

Wasser-Wasser-Wärmepumpen beziehen die Wärme aus dem Grundwasser, das über das ganze Jahr hinweg über eine konstante Temperatur von sieben bis zwölf Grad Celsius zur Verfügung stellt.
Milieu Brauchwasser-Wärmepumpe in Neubau-Kellerraum

Kurz und bündig:

Wärmequelle: Wasser
Aufstellort: Außen, zwei Brunnenn werden benötigt.
Einsatzart: Aufwärmen von Heiz- und Brauchwasser, Kühlen im Sommer.
Besonderheiten: Eignet sich hervorragend für den monovalenten Betrieb.

 

Sole-Wasser-Wärmepumpen: Heizen mit Erdwärme

 
GDTS Sole-Wasser-Wärmepumpe neben Waschmaschine in Kellerraum mit Frau in Sportkleidung und Sportgegenständen

Gehören zu den effizientesten Wärmepumpen-Arten

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe gewinnt die Energie aus der Erdwärme, dazu nutzt sie entweder Erdsonden oder Erdkollektoren. Je nach Tiefbohrung und Bodenqualität liegen die Temperaturen zwischen sieben und 13 Grad Celsius, selbst, wenn die obere Erdschicht bereits zugefroren ist. Hier wird die aus der Erdschicht gewonnene Wärme ebenfalls durch einen Kreislauf mit Kältemittel geleitet, an dessen Ende die Wärme genutzt wird.
Sole Wasser-Wärmepumpe, in Kellerraum eines Neubaus innen aufgestellt, mit Warmwasser- und Pufferspeicher

Kurz und bündig:

Wärmequelle: Erdreich
Aufstellort: Außen und innen möglich
Einsatzart: Neu- und Altbau gleichermaßen möglich.
Besonderheiten: Stellt Anforderungen an die Heizungsanlage, benötigt eine externe Energiequelle.
 

 

4. Welche Wärmepumpe für welches Gebäude?


Wärmepumpen sind im Jahr 2019 in rund 46 Prozent aller Neubauten eingebaut worden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Niedrige Betriebskosten, extrem umweltfreundlich. Wärmepumpenheizungen liegen voll im Trend und werden immer beliebter, unterschiedliche Systeme stehen zur Auswahl. Aber welche sind für Altbau, Neubau oder Einfamilienhaus geeignet?

Zunächst sollte der Primärenergiebedarf des Gebäudes ermittelt werden, damit es eine Vorstellung gibt, wieviel Energie überhaupt benötigt wird. So lassen sich nicht nur Tendenzen in der Energieeffizienz ausmachen. Mit dieser Angabe können auch gesetzliche Vorgaben zum Beispiel im Rahmen der Energieeinsparverordnung überprüfen werden. Wer also die Umwelt schonen und den gesamten Energieaufwand hinter seinem Energieverbrauch ermitteln will, sollte den Primärenergiebedarf errechnen.

 
Infografik über den Primäreneriebedarf im Neubau
 

In vier Schritten zum passenden System:

Schritt 1 – Die optimale Planung

Grundsätzlich lässt sich zwar für fast jedes Projekt die passende Lösung mit Wärmepumpe finden, aber nicht jede Wärmepumpe passt zu jedem Haus und jedem Grundstück gleichermaßen. Für die Entscheidung muss geprüft werden, welche Bedingungen genau vorliegen. Insbesondere verdienen die Fragen nach der Bauart, der möglichen Wärmequelle und dem Aufstellungsort eine nähere Betrachtung.

 
 
Familie mit Architekt in einem Rohbau.
 
 
 
Grünstreifen und ein Stück Terasse in einem Garten.

Schritt 2 – Die richtige Wärmequelle

Da die lokalen geologischen Verhältnisse stark variieren können, ist vor dem Bau von erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen immer eine fundierte Fachplanung der Wärmequelle erforderlich. Horizontalkollektoren werden etwa eineinhalb Meter tief im Erdreich vergraben. Zunächst ist also zu prüfen, welche Möglichkeiten das Grundstück bietet:

• Gibt es ausreichend Platz für einen Flächenkollektor?

• Gibt es geeignetes Grundwasser in ausreichender Menge?

Soll oder muss der Garten neu angelegt werden?

Sind Bohrungen erlaubt?
 
 

Schritt 3 – Die unterschiedlichen Gebäude

Neubau:

Grundsätzlich spricht im Neubau vieles für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe.

Altbau:

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist besonders einfach nachzurüsten und dadurch kostengünstig zu installieren. Bei einer Altbausanierung kann die Wärmepumpe eine gute Alternative sein.

Bestandsgebäude:

Bei einem energetisch modernisierten Gebäude spricht wie beim Neubau vieles für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe.

 
Massives Zweifamilienhaus.
 

Schritt 4 – Das optimale System

Eine Wärmepumpe ist so gut wie das Haus, in dem sie eingebaut ist. Wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Nutzung einer Wärmepumpe sind eine gut gedämmte Gebäudehülle und eine hohe Jahresarbeitszahl (JAZ). Bei der Wahl des richtigen Systems sollte daher ein Modell gewählt werden, das für das individuelle Projekt am besten ist.

 

Was ist die JAZ?

Die Jahresarbeitszahl JAZ gibt Auskunft über die Effizienz eines Wärmepumpen-Heizsystems, sie ist eine wichtigte Kennziffer. Sie lässt sich aus dem Verhältnis von zugeführter und abgeführter Energie bestimmen und ist abhängig von der Art der Wärmequelle.

Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl vor allem dann, wenn Fördermittel in Anspruch genommen werden sollen. So fordert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) das Erreichen einer Mindest-JAZ.

Wie wird die JAZ berechnet?

Vereinfacht ausgedrückt ist die JAZ der Quotient aus erzeugter Heizwärme und dem dafür benötigten Strom. Die passende Formel ist:

JAZ = Heizwärme (kWh/a) / Strom (kWh/a)

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V stellt einen Online-Rechner zur Verfügung.

Fördervoraussetzung: JAZ über 3,5

Geht es um die Förderung einer Wärmepumpenheizung, fordert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) das Erreichen einer Mindest-JAZ. Die Werte sind abhängig von der Art der Wärmequelle und ergeben sich für den Gebäudebestand wie folgt:

  • Sole-Wasser-Wärmepumpen für Wohngebäude müssen eine JAZ von 3,8 oder besser erreichen.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen für Wohngebäude müssen ebenfalls eine JAZ von mindestens 3,8 erreichen.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen werden nur gefördert, wenn die Jahresarbeitszahl über einem Wert von 3,5 liegt.
  • Gas-Wärmepumpen müssen im Wohngebäude eine Jahresarbeitszahl von 1,25 oder besser erreichen

 

Kommt eine Wärmepumpe tatsächlich als Heizung für das Eigenheim in Frage, kann man zwischen verschiedenen Arten wählen. Die Unterschiede bestehen primär im Ort der Wärmegewinnung und im Medium der Wärmeweitergabe. Die Vorteile und Nachteile von Wärmepumpen auf einen Blick.

 

Vorteile

Allgemein:

  • kostenlose, überall verfügbare und nahezu unerschöpfliche Wärmequelle
  • geringe jährliche Betriebskosten
  • sehr wartungsarm
  • hohe Betreibsicherheit
  • minimaler Kohlendioxid-Ausstoß
  • auch zum Kühlen geeignet
  • sehr lange Lebensdauer
     
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • günstig
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • überall nutzbar, Standardlösung
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • hocheffizient
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • Hocheffizient
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • günstig, effizient
 

Nachteile

Allgemein:

  • hohe Investitionskosten
  • hoher Platzbedarf für die Bohrung
  • gute Wärmedämmung des Gebäudes erforderlich
  • Zur Erzeugung von Warmwasser ist häufig ein weiteres Heizsystem erforderlich.
  • Durch die Erschließung des Untergrundes haben Erdwärme Heizungen den Nachteil, dass die Gefahr von Umweltbeeinträchtigungen besteht.
  • hoher Planungsbedarf
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • erfordert Lüftung, eigentlich nur in Passivhäusern
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • Im Vergleich zu den anderen Systemen weniger effizient
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • genehmigungspflichtig, teuer
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • Sonderbohrung genehmigungspflichtig, teuer
 

Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • muss mit anderer Heizung kombiniert werden
 

 

6. Wie laut ist eine Wärmepumpe?


Die schlechte Nachricht zuerst: Ja, Wärmepumpen verursachen im Betrieb Strömungs- und Ventilatorgeräusche. Aber: Mit geräuscharmen Modellen, optimalem Aufstellort und zusätzlichen Schallschutzmaßnahmen lässt sich der Geräuschepegel erheblich reduzieren.
 
Wärmepumpen fallen in der Regeln nicht durch übermäßige Geräuschbelästigung auf. Mit sorgfältiger Planung und Ausführung kann die Übertragung von Schall vermieden und die Geräuschbelastung minimiert werden.

Grenzwerte einhalten

Bei der Aufstellung im Freien ist nach der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) vorzugehen. Demnach darf in allgemeinen Wohngebieten nachts der Wert von 40 Dezibel nicht überschritten werden. Der zulässige Lautstärkepegel in reinen Wohngebieten ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz geregelt. Tagsüber darf die Lautstärke hier nicht über 50 und nachts nicht über 35 dB liegen. Wärmepumpen erreichen durchschnittlich 30 bis 60 Dezibel.
Mann schreit mit einem Megaphon eine Frau an, die Kopfhörer trägt und eine Zeitung liest.
 

In drei Schritten zum geräuscharmen System:

Schlafende Frau

Geräusche reduzieren

Höhere Werte können durch sorgfältige Planung und fachgerechte Ausführung erheblich verringert werden. Denn gerade in Ballungsgebieten und bei kleinen Grundstücken mit geringen Bauabständen sind Schallemissionen oft ein Problem.

Schallschutzmauer mit Steinen

Schallschutz verbessern

Es gibt viele bauliche Möglichkeiten, den Schallschutz zu optimieren. Dazu gehören unter anderem:

  • Schallschutzhauben
  • Schwingungsdämpfer
  • Sockelaufstellung
  • Nachtbetrieb
Blick in den Garten

Aufstellort optimieren

  • drei Meter Abstand zu den Nachbarn
  • vor dem Haus Richtung Straße
  • nicht zwischen Mauern, direkt an die Wand oder in die Raumecke
  • Rasen ist schalldämpfend
  • reiner Betonboden, Fliesenböden erhöhen den Schallpegel
  • Rasenflächen, Beton-Fundamentplatte mit unterlegter Gummiplatte sind geeigneter

Zur Einordnung von Geräuschpegeln:

Wärmepumpen

  • 30 bis 60 Dezibel

 

 

Computerrauschen

  • 10 Dezibel

Flüsterunterhaltung

  • 30 Dezibel

 

Vogelgezwitscher

  • 40 Dezibel

Kühlschrank

  • 50 Dezibel

7. Was kostet eine Wärmepumpe?


Die Kosten für Wärmepumpen variieren stark, denn für die unterschiedlichen Systeme sind verschiedene Kostenstrukturen nötig. Je nach Aufstellungsort und Ausführung kommen zum Teile sehr hohe Kosten für die Erschließung der Wärmequelle hinzu.
 
Nach dem Einbau sind natürlich auch die laufenden Betriebskosten wie Wartung und Reparatur sowie der Stromverbrauch zu berücksichtigen.
 
Mann und Frau schaut auf Kostenvoranschläge
 

Tipp 1:

Viele Preise beinhalten noch keine Installationskosten. Daher sollten diese Positionen genau hinterfragt werden.

Tipp 2:

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewähren zum Teil kräftige Zuschüsse und akttraktive Finanzierungen.

Die Kostenfaktoren im Überblick:

Erschließung

Für Erdwärmepumpen oder Wasser-Wärmepumpen müssen zum Teil erhebliche  Erschließungskosten für Bohrungen ins Erdreich sowie Kosten für Gutachten und Genehmigungen eingeplant werden.

Anschaffung

Folgende Fragen müssten beantwortet werden:
  • Geht es um einen Neubau oder eine Modernisierung?
  • Wie groß ist die Wohnfläche?
  • Welche Wärmequelle nutzt die Pumpe?
  • Soll das System auch Kühlen?
 

Betrieb

Die Betriebskosten fallen bei Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen im Vergleich zu anderen Heizsystemen gering aus.

 

Wartung

Die Kosten für die Wartung der Wärmepumpenanlagen liegen zwischen 150 und 200 Euro im Jahr.

Tipp: Nicht zu knapp Dimensionieren!

Die Wärmepumpe sollte korrekt dimensioniert werden, nicht zu klein und nicht zu groß. Eine knapp kalkulierte Größe der Wärmepumpenleistung reduziert zwar den Preis. Aufgrund des erhöhten Strombedarfs arbeitet sie aber nicht effizient und kann eventuell sogar Schaden nehmen.


 

8. Stromverbrauch einer Wärmepumpe


Eine Wärmepumpe erzeugt Heizwärme, indem sie Umgebungswärme nutzt. Um die Wärme aus der Umgebung zu entziehen und nutzbar machen zu können, wird Strom benötigt. Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt von ihrer Leistung ab. Die wiederum davon abhängt, welche Wärmequelle verwendet wird und wie die Gegebenheiten vor Ort sind.
 
Um die Stromkosten der Wärmepumpen zu ermitteln, gilt es, den gesamten Stromverbrauch pro Jahr mit den Stromkosten des Versorgers (meist Wärmepumpentarif) zu multiplizieren.
 
 

Mehrfachsteckecker mit Ladekabel zu Tablet und Smartphone

Faustregel:

Für die Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) Wärme wird im Durchschnitt 75 Prozent Umgebungswärme und 25 Prozent Strom aufgewendet. Moderne Wärmepumpen, die in Neubauten mit hohen Baustandards eingesetzt werden, arbeiten allerdings effizienter.
 
 

 
Bei der Installation einer neuen Wärmepumpe gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Zuschuss und attraktive Kredite Förderungen zu erhalten. Wie viel möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
 
Die Kreditanstanstalt für Wiederaufbau (KfW) und  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) biete verschiedene Programme an. Bauherren und Sanierer erhalten Zuschüsse von 35 bis zu 45 Prozent. Alternativ bietet der Staat seit Januar 2020 auch die Möglichkeit, 20 Prozent der Sanierungskosten steuerlich geltend zu machen. Mehr erfahren Sie auf unserer Seite zum Thema Heizungsförderung.
 
 
 

Wer ist berechtigt?

Antragsberechtigt sind erst einmal alle, die ein Gebäude errichten oder sanieren. Wichtig ist, dass die bestehende Heizung im Altbau mindestens zwei Jahre alt sein muss. Außerdem darf die Anlage noch nicht von der Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung betroffen sein. Diese gilt immer dann, wenn 30 Jahre alte Heizungen noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren.

Was bietet die KfW?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mehrere Programm an, mit denen Wärmepumpen-Projekte finanziert werden können. Neben weiteren Voraussetzungen werden Wärmepumpen nicht einzeln gefördert, sondern nur im Zusammenhang mit Gesamtmaßnahmen. Außerdem muss grundsätzlich der Antrag über die Hausbank bei der KfW vor dem Start des Vorhabens erfolgen. Hier geht es zu weiteren Informationen, Anträgen, Tilgungsrechner.

Was bietet die BAFA?

Das BAFA gewährt hohe Fördermittel. Eine Kurzübersicht zur Basis-, Innovations- und Zusatzförderung findet sich hier als PDF. Wärmepumpen müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. So sind mindestens ein Wärmemengen- und ein Stromzähler einzubauen, um die Effizienz der Anlage messen und bewerten zu können. Hier geht es zu den Förderprogrammen im Überblick.


Tipp: das optimale Vorgehen

1. Zunächst sollte der energetische Zustand des Hauses festgestellt werden. Qualifizierte Experten für Energieeffizienz finden sich auf einschlägigen Webseiten, mit diesen Energieberatern kann ein
Sanierungskonzept erstellt werden.
2. Es sollte geprüft werden, ob neben der BAFA-Förderung auch eine Förderung der KfW benötigt wird und ob es weitere regionale Fördermöglichkeiten gibt.
3. Vor Beginn der Baumaßnahmen müssen etwaige Förderungsanträge gestellt worden.

 

10. Häufig gestellte Fragen zur Wärmepumpe


Was ist der beste Standort für die Wärmepumpe: Innenaufstellung oder Außengerät?

Es ist wie so oft im Leben: Eine deutige Antwort gibt es nicht, laut Experten hat der Aufstellungsort keinen Einfluss auf die Effizienz der Wärmepumpe. Innen kann sie beispielsweise im Keller eingebaut werden, außen in den Garten. Gerade Luftwärmepumpen sind für außen und innen geeignet. Aber: Nicht jedem gefällt solch ein Gerät im Garten und auch die Geräuschentwicklung kann unter Umständen ein Problem sein.

Kann man eine Wärmepumpe nachrüsten?

Es gibt verschiedene Wärmepumpen-Systeme, manche lassen sich leichter im Bestand nachrüsten, bei anderen ist es aufwendiger oder überhaupt nicht möglich. Bei relativ neuen Gebäuden kann eine Wärmepumpe in der Regel problemlos nachgerüstet werden. Und wie sieht es im Altbau aus? Lässt sich dort ebenfalls eine Wärmepumpe sinnvoll nachrüsten? Die Antwort ist ja, hängt aber immer vom Einzellfall ab.

Kann eine Wärmepumpe auch kühlen wie eine Klimaanlage?

Grundsätzlich ja, Kühlen mit der Wärmepumpe funktioniert. Sie kann über die Verfahren natural cooling und active cooling auch zum Kühlen eingesetzt werden. Da das Kühlen mit einer herkömmlichen Klimaanalge relativ kostenintensiv ist, kann die Wärmepumpe eine ernstzunehmende Alternative sein.

Funktioniert eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung?

Ja, auf jeden Fall und nicht nur das: Wärmepumpen nutzen regenerative Umweltwärme. Damit die bereit gestellte Energie möglichst effektiv genutzt wird, ist die Kombination mit einer Fußbodenheizung sogar sehr empfehlenswert. Wegen der großen Fläche und dem hohen Anteil an Strahlungswärme reichen schon geringe Vorlauftemperaturen von etwa 30 bis 35 Grad Celsius aus, um einen Raum zu erwärmen.

Brauche ich für meine Wärmepumpe einen eigenen Zähler?

Wer Wärmepumpen nutzt, kann auf spezielle Stromtarife zurückgreifen. Die um bis zu 20 Prozent günstigeren Tarife gibt es unter zwei Bedingungen: Die Wärmepumpe muss steuerbar sein und einen eigenen Stromzähler haben. Wenn die Wärmepumpe eine Leistung von mehr als 4 Kilowatt hat, benötigt sie einen eigenen Zähler mit der Möglichkeit zur Sonderabschaltung.