TREPPEN
GELÄNDER
Mehr als
nur ein Schutz

Treppengeländer: Mehr als nur ein Schutz

Das Begehen von Treppen soll so sicher wie möglich sein. Deshalb werden Treppen nach der DIN 18065 geplant und ausgeführt, die wiederum durch die Landesbauordnungen ergänzt wird. Neben detaillierten Vorgaben zu Auftritt, Laufbreite oder Steigung befasst sich die Treppennorm auch mit der Planung und Ausführung von Treppengeländern. Diese bestehen in der Regel aus Handlauf, Füllung und Pfosten und geben den notwendigen Halt beim täglichen Auf und Ab. Ein Treppengeländer ist aber nicht nur Absturzsicherung, sondern auch ein wichtiges Gestaltungselement, das der Treppe eine individuelle Note verleiht.
 
 

 

1. Das richtige Material für Ihr Treppengeländer

Moderner Scandi-Style, ausgefallener Boho-Chic oder klassischer Landhaus-Look? Für ein stimmiges Gesamtbild sollte die Treppe – und damit auch das Treppengeländer – zum individuellen Einrichtungsstil passen. Entscheidend für die Optik ist neben der Konstruktion vor allem das Material, aus dem Stufen und Geländer gefertigt sind.
 

Beliebte Materialien für Treppengeländer sind Holz und Edelstahl, aber auch Glas und Metalle wie Messing, Bronze & Co. kommen zum Einsatz. Im Trend liegt auch das Zusammenspiel verschiedener Materialien, zum Beispiel Geländerstäbe aus Edelstahl kombiniert mit einem Handlauf aus Holz. Wichtig bei der Materialwahl ist auch der Standort der Treppe, denn nicht jeder Werkstoff ist für den Außenbereich geeignet.

 

 

Treppengeländer aus Holz – der Klassiker im Innenbereich

Ob als Möbelstück oder Bodenbelag, als Tür oder Treppe: Holz ist nach wie vor erste Wahl, wenn es um die Gestaltung von Wohnräumen geht. Der natürliche Werkstoff überzeugt nicht nur durch viele positive Materialeigenschaften, sondern punktet auch optisch. Maserung und Färbung variieren je nach Holzart und bringen Wärme und Lebendigkeit in die eigenen vier Wände.
 
Puristisch oder verschnörkelt? Da Holz vielseitig bearbeitet werden kann, lassen sich Treppengeländer aus Massivholz ganz nach Wunsch und passend zum Ambiente gestalten. Zum Einsatz kommen vor allem abriebfeste Harthölzer wie Ahorn, Buche, Eiche oder Esche, denn neben den Stufen muss auch das Geländer einiges aushalten. Wegen ihres dekorativen Charakters sind auch Kirschbaum und Nussbaum beliebt. Kiefer ist zwar ein Weichholz und daher weniger geeignet, lässt sich aber gut streichen, beizen und lackieren und ist eine preiswerte Alternative zu Harthölzern.
 
Nadelhölzer wie Lärche und Douglasie werden häufig im Außenbereich verwendet. Das Holz der Europäischen Lärche beispielsweise ist so dauerhaft und widerstandsfähig, dass es Wind und Wetter trotzt. Durch die Behandlung mit Lacken, Ölen und Lasuren wird die Holzoberfläche noch haltbarer und witterungsbeständiger. Eine Grundierung schützt vor Pilz- und Schimmelbefall. Um lange Freude am Treppengeländer zu haben, sollte das Holz regelmäßig gepflegt und der Schutzanstrich bei Bedarf aufgefrischt werden.
Neue Landlust: Das Treppengeländer im Buche-Eiche-Mix unterstreicht die wohnliche Atmosphäre. (Streger)
 

 
Treppengeländer sind in verschiedenen Materialien erhältlich. Attraktiv: Edelstahl. (Kenngott)

Edelstahl-Treppengeländer – innen und außen unschlagbar

Während Holz im Außenbereich einen hohen Pflegeaufwand erfordert, um dauerhaft schön zu bleiben, ist Edelstahl praktisch wartungsfrei. Allerdings ist nicht jeder Edelstahl von Natur aus rostsicher: Nur Legierungen mit hohem Chromanteil (mindestens 10,5 %) gelten als rostfrei, Nickel und Molybdän erhöhen die Korrosionsbeständigkeit.
 
Treppengeländer aus rostfreiem Edelstahl sind besonders witterungsbeständig und langlebig und eignen sich daher hervorragend für den Außenbereich. Aber auch im Innenbereich macht das robuste Material eine gute Figur! Vollflächige Geländerfüllungen, senkrechte Stäbe, waagerechte Gurte oder ergonomisch geformte Handläufe aus Edelstahl harmonieren hervorragend mit einem modernen, minimalistischen Einrichtungsstil und überzeugen auch in Kombination mit anderen Werkstoffen wie Holz oder Glas.
 

 

Treppengeländer mit Glas-Elementen

Eine Geländerfüllung aus Glas passt hervorragend in ein modernes, puristisches Ambiente, da das Material lichtdurchlässig ist und sich durch eine klare Ästhetik auszeichnet. Ein Treppengeländer soll aber nicht nur optisch überzeugen, sondern auch sicher sein. Deshalb ist Verbundsicherheitsglas die erste Wahl. VSG besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch eine dünne, transparente Folie miteinander verbunden sind. Diese Folie ist reißfest und verhindert, dass sich bei einer Beschädigung der Scheibe einzelne Glassplitter lösen.
 
Glasgeländer können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden, erfordern aber eine gewisse Pflege, damit sie lange schön bleiben.
 
Diese Faltwerktreppe mit Glasgeländer sorgt für ein lichtdurchflutetes Ambiente. (Kenngott)
Tolle Kombi: Beton und Glas machen diese Treppe zu einem Blickfang. (Informationszentrum Beton)
Überzeugt optisch und funktional: das Geländer aus 18 mm starkem Verbundsicherheitsglas. (Streger)
 

 

Treppengeländer aus Metall – funktional und unverwüstlich

(Feuer-)verzinkter Stahl ist kostengünstiger als Edelstahl, hat aber eine kürzere Lebensdauer. Das liegt daran, dass sich die Zinkschicht mit der Zeit abnutzt und damit auch der Rostschutz nachlässt. Dennoch ist auch verzinktes Metall sehr korrosionsbeständig und daher für den Außenbereich bestens geeignet. Eine Pulverbeschichtung oder Lackierung schützt ebenfalls wirksam vor Rost und bringt Farbe ins Spiel.
 

Metalle wie Bronze, Kupfer und Messing entwickeln unbehandelt eine natürliche Patina, die schützende Eigenschaften hat und wegen ihrer charakteristischen, rustikalen Optik so beliebt ist, dass sie oft sogar künstlich erzeugt wird. Treppengeländer aus Kupfer und Kupferlegierungen sind ebenso wie schmiedeeiserne Geländer echte Hingucker. Ob verspielt oder modern – in jedem Fall sind sie einzigartig.

Treppen aus feuerverzinktem Stahl sind besonders robust und witterungsbeständig. (Treppen Intercon)
 

 
Massivholz, Metall oder beides? Bei einer Renovierung kommt es auch darauf an, aus welchem Material das Treppengeländer besteht. (Kenngott)

2. Das können Sie an Ihrem Treppengeländer selbst machen

Keine Frage: Beim Treppensteigen werden die Stufen deutlich stärker beansprucht als das Geländer. Dennoch können auch Handlauf, Geländerfüllung und Pfosten im Laufe der Zeit mehr oder weniger starke Abnutzungserscheinungen aufweisen – selbst bei regelmäßiger Pflege.
 
Welche Ausbesserungs- und Renovierungsmaßnahmen zu ergreifen sind und ob diese in Eigenregie oder besser von einem Fachmann durchgeführt werden sollten, hängt vom Material des Treppengeländers und vom Ausmaß der Schäden ab.
 
Während kleine Kratzer im Holz schnell und einfach ausgebessert werden können, gehört das Schleifen und Streichen von Holz- und Metallgeländern zu den anspruchsvolleren Arbeiten, die aber mit etwas handwerklichem Geschick und dem richtigen Werkzeug selbst erledigt werden können.
 

Anders sieht es mit morschen Geländerstäben oder einem wackeligen Handlauf aus: Hier muss der Profi ran! Er kennt alle Vorschriften und Bestimmungen und sorgt mit einer Teilsanierung oder einem kompletten Austausch der Treppe dafür, dass das Treppensteigen wieder zum sicheren Vergnügen wird.

 

 

So pflegen Sie Ihr Treppengeländer richtig

Bei der wöchentlichen Putzroutine sollte auch das Treppengeländer nicht vergessen werden, denn Staub und Spinnweben machen auch vor Handlauf, Pfosten & Co. nicht halt. Die Lösung ist hier ein weicher Handfeger oder Besen, mit dem sich solche Spuren schnell und schonend entfernen lassen.
 
Bei stärkerer Verschmutzung kann das Geländer mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel gesäubert werden. Für Glasgeländer wird ein Glasreiniger empfohlen. Wichtig: Bei der Reinigung keine Stahlwolle oder Scheuermittel verwenden – der Schleifeffekt kann die Oberfläche von Metall, Holz und Glas beschädigen! Auch säure- oder salzhaltige Reinigungsmittel sowie andere aggressive Reiniger sollten vermieden werden.
 

Treppengeländer im Außenbereich bedürfen einer besonderen Pflege, da sie täglich der Witterung ausgesetzt sind. Insbesondere Holzgeländer sollten regelmäßig mit Holzöl oder einer Lasur imprägniert werden, um die Widerstandsfähigkeit gegen UV-Strahlung, Regen, Schnee und Frost zu erhöhen.

Dank regelmäßiger Pflege bleiben Treppengeländer dauerhaft schön. (Streger)
 

 

Streichen & abschleifen: Ein altes Treppengeländer renovieren

Kratzer, Dellen, Farbabplatzungen: Auch Treppengeländer können trotz regelmäßiger Pflege mit der Zeit Gebrauchsspuren aufweisen. Geübte Heimwerker werden hier selbst aktiv und bessern schadhafte Stellen aus, schleifen das Geländer ab und lackieren es neu.
 
Abschleifen, grundieren, anschleifen, lackieren – die Arbeitsschritte unterscheiden sich kaum, egal ob es sich um ein Treppengeländer aus Holz oder Metall handelt. Schleifmittel, Grundierung und Lack müssen jedoch auf das Material abgestimmt sein.
 
Bei einem Metallgeländer muss neben der alten Farbschicht auch der Rost entfernt werden, zum Beispiel mit einer Drahtbürste oder einem Multischleifer. Handelt es sich um ein Geländer aus verzinktem Stahl, wird beim Schleifen auch die schützende Zinkschicht abgetragen. Eine Rostschutzgrundierung ist daher unerlässlich, um das Treppengeländer vor Korrosion zu schützen. Nach dem Feinschliff, der für eine bessere Haftung der Farbe sorgt, folgt der Anstrich, der dünn und in mehreren Schichten aufgetragen werden sollte.
 
Informationen zur Renovierung von Holztreppen gibt es hier.
 

Hinweis: Bei der Renovierung von Treppen und Geländern sind geeignete Werkzeuge und Schutzmaßnahmen für sicheres Arbeiten wie Atemschutzmaske und Schutzbrille unerlässlich. Denn Schleifstaub und Dämpfe können die Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb sollte beim Schleifen und Lackieren zusätzlich auf eine gute Belüftung geachtet werden.

 

 
Nach der fachmännischen Renovierung erstrahlen Stufen und Geländer in neuem Glanz. (Kenngott)

Treppengeländer selbst bauen

Besonders geschickte Heimwerker bauen das Treppengeländer in Eigenregie und können so bares Geld sparen. Doch Vorsicht: Hier lauern zahlreiche Stolpersteine in Form von baurechtlichen Vorgaben, die es bei der Geländerkonstruktion zu beachten gilt. Diese sind in der eingangs erwähnten DIN 18065 sowie in den Landesbauordnungen festgelegt.
 
So beträgt die erforderliche Höhe eines Treppengeländers in Wohnungen sowie in Ein- und Zweifamilienhäusern mindestens 90 cm bei einer Absturzhöhe bis 12 m. Der Handlauf sollte einen lichten Abstand von mindestens 5 cm zu angrenzenden Bauteilen wie der Wand haben und zwischen 2,5 und 6 cm breit sein, damit er gut umfasst werden kann. In Haushalten mit Kindern werden Längsstäbe als Geländerfüllung empfohlen. Sie sollten in Abständen von maximal 12 cm angebracht werden, um ein Durchrutschen zu verhindern.
 
Dies sind nur einige Richtlinien und Empfehlungen. Auf der sicheren Seite ist, wer einen Handwerker mit der fachgerechten Montage des Treppengeländers unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorschriften beauftragt.
 
 Nachfolgend finden Sie unsere Beiträge zum Thema Treppengeländer: