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Massivholz im Innenausbau

Eigenschaften, Holzarten und worauf es ankommt

Massivholz zählt zu den ältesten Baustoffen und zeigt sich bis heute gegen alle industriellen Alternativen robust. Und das nicht ohne Grund: massives Holz ist langlebig, hat eine natürliche Optik und erlaubt eine mehrfache Bearbeitung der Oberflächen. Wer eine Einbauküche, eine Treppe, Wandvertäfelungen oder Spezialmöbel plant, trifft mit Massivholz eine Entscheidung, die stark von der Holzart, der Verarbeitung und dem Klima am Standort abhängt.

Was ist an Massivholz anders als an Holzwerkstoffen?

Als Massiv- oder Vollholz bezeichnet man Schnittholz aus einem Stück gewachsenem Holz, das ohne Klebstoff und ohne Trägermaterial verarbeitet wird. Holzwerkstoffe wie MDF, Span oder Multiplex bestehen dagegen aus zerkleinerten oder in Schichten verleimten Holzbestandteilen. Massivholz lässt sich schleifen, ölen und reparieren, beschädigte Oberflächen bei furnierten Platten dagegen kaum wiederherstellen. Der Preisunterschied spiegelt die höhere Materialgüte wider. Wer sich die Mühe macht, bekommt dafür allerdings auch einen Werkstoff, der bei guter Pflege Jahrzehnte zu nutzen ist.

Entscheidend ist die Eigenschaft des Holzes, Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben. Wenn das Holz trocken ist, quillt es, ist es hingegen feucht, so ist die Holzfeuchtigkeit niedriger als die der Umgebungsluft. Für den Innenausbau muss das Arbeiten des Holzes bei richtiger Holzauswahl und Benutzung genau geplant werden, um die Holzfeuchtigkeit auf die spätere Raumluft abzustimmen.

Wichtige Holzarten und ihre Eigenschaften

In Möbel und Innenausbau kommen vorzugsweise Laubhölzer, darüber hinaus einige der besten Nadelhölzer zur Verwendung.

Eiche gehört zu den beliebtesten einheimischen Hölzern. Sie ist hart und formbeständig, widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Abrieb. Ihre Brinellhärte liegt bei etwa 34 bis 37 N/mm², weshalb sie sich für stark beanspruchte Flächen wie Arbeitsplatten, Treppenstufen und Böden eignet. Sie hat eine kräftige Maserung und eine warme, die mit den Jahren nachdunkelnde Farbe.

Buche hat eine Brinellhärte von etwa 34 N/mm² und ist damit etwa so hart wie Eiche. Das Holz verhält sich aber auch empfindlicher gegenüber Feuchtigkeitsschwankungen und kann nicht in feuchten Räumen oder in unmittelbarer Nähe von Heizkörpern ohne Ausgleich verwendet werden. Wer für sein großes Projekt einen guten und zuverlässigen Handwerksbetrieb sucht, kann im Netz einen passenden Tischler finden und Angebote einholen, bevor die Materialwahl endgültig festgelegt wird.

Mit etwa 38 N/mm² erreicht die Esche die höchste Härte unter den üblichen einheimischen Laubhölzern. Das Holz ist zäh und elastisch, gut zu bearbeiten und findet Verwendung bei Möbeln, Treppen und Werkzeugstielen, wo hohe mechanische Beanspruchung gefordert wird.

Nussbaum ist nicht ganz so hart wie europäische Eiche, sondern etwa 20 % weicher, gilt aber wegen seiner dunklen, meist violettbraunen Farbe und seiner feinen Maserung als Edelholz und wird für Möbel, Furniere und dekorative Wände verwendet. Nussbaum hat eine vergleichsweise geringe Neigung zum Quellen und Schwinden.

Holzfeuchte, Normen und die Rolle der Vorbereitung

Die Holzfeuchte ist einer der kritischsten Faktoren bei jeder Verarbeitung im Innenraum. Sie gibt an, wie viel Wasser im Holz gebunden ist, und zwar als Verhältnis der im Holz gebundenen Wassermasse zur Masse des vollkommen getrockneten Holzes, in Prozent.

Frischgeschlagenes Holz kann Werte bis 60 v. H. und mehr aufweisen. Für Bauteile des Innenausbaus fordert die DIN 18355 Holzfeuchte von 6 bis 10 v. H. Die DIN 18334 nennt für den allgemeinen Innenausbau eine Einbaufeuchte von 20 v. H., was jedoch nur Obergrenze ist. In geheizten Wohnräumen mit einer Temperatur von 20 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte von 40 bis 50 Prozent stellt sich Holz auf eine Gleichgewichtsfeuchte von 8 bis 9 Prozent ein. Wird nun Holz mit einer viel höheren Feuchte eingelagert, so gibt es später an das Raumklima Wasser ab, es reißt, verzieht sich und zeigt sich mit offenen Fugen. Aus diesem Grunde verwenden seriöse Betriebe fast nur kammergetrocknetes Material, dessen Feuchte in Trockenkammern auf den Zielwert gebracht wurde.

Oberflächenbehandlung und Qualität

An der Oberfläche stehen uns im wesentlichen drei Behandlungsverfahren zur Verfügung:

  1. Geölte Oberflächen zeigen die natürliche Maserung, sind atmungsaktiv, können punktuell ausgebessert werden und müssen einmal bis zweimal jährlich mit einem Pflegeöl aufgefrischt werden.
  2. Lackierte Flächen sind zwar unempfindlicher gegen Flüssigkeiten und Kratzer, jedoch müssen bei Beschädigungen normalerweise die ganzen Flächen neu behandelt werden.
  3. Zwischen beiden Extremen liegen gewachste Oberflächen, die zwar einen samtigen Griff haben, aber weniger strapazierfähig sind.

Beim Kaufen sollte man auf das Kleingedruckte achten. Das FSC- und das PEFC-Siegel garantieren, dass das Holz aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Für Kinderprodukte und bei Oberflächen, die in unmittelbarem Hautkontakt stehen, sind Prüfungen erforderlich, die den Gehalt bestimmter Stoffe in den Oberflächen beschränken. Bei Bodenbelägen gibt die Nutzungsklasse Auskunft über die zulässige Beanspruchung.

Was zählen soll, wenn man den Handwerker seines Vertrauens sucht

Wer Massivholz für den Innenausbau verwenden will, ist auf fachmännische Ausführung angewiesen. Eine sorgfältig geplante Konstruktion berücksichtigt die Richtung der Holzfasern, gibt dem Holz Bewegungsfreiheit und wählt Verbindungen, die die kleinen Bewegungen ausgleichen. Bei Einbaumöbeln, Türen oder Treppen werden oft die alten Techniken der Zinkung, des Zapfens oder der Nut und Feder verwendet, die ganz ohne sichtbare Beschläge auskommen.

Vor der Beauftragung sollten verschiedene Angebote eingeholt werden. Sinnvoll ist es, sich Referenzen zeigen zu lassen und nach Herkunftsnachweisen für die verwendeten Materialien und nachgetrocknetem Holz zu fragen. Ein genaues Aufmaß, Festlegung der Lieferzeiten und eine schriftliche Vereinbarung über Gewährleistung geben Planungssicherheit. Auch die Frage, ob der Betrieb der Handwerkskammer angehört und über einen Meisterbrief verfügt, gibt Anhaltspunkte über das Qualifikationsniveau.


Ab.Pr.